Die sich vertiefende Allianz zwischen Bitcoin und MAGA

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Die sich vertiefende Allianz zwischen Bitcoin und MAGA

Josh Mandel, ein Politiker, der sich um die Nominierung für den republikanischen Senat in Ohio bewirbt, hat kürzlich getwittert, wofür er steht: „Ohio muss ein Pro-Gott, Pro-Familie, Pro-Bitcoin Staat sein“. Während die Medien hier genauso wie gegen Trump auch stets gegen den Bitcoin wetterten, gibt es in der Tat seit langem eine starke Verbindung zwischen der Unterstützung von Bitcoin und Gold zum Konservatismus. Was hat es damit auf sich?

Währungen und Wirtschaft

Ich treffe immer noch manchmal auf Leute, die sagen, dass wir in einem digitalen Zeitalter leben, also sollten wir auch digitales Geld verwenden, während wir das aber ja schon längst tun. Wie viele Menschen, bezahle ich die meisten Dinge per Mausklick, mit meiner Debitkarte oder Paypal. Früher hatte ich Geldscheine in meinem Portemonnaie, um im Supermarkt zu bezahlen, aber heutzutage braucht man nicht einmal mehr eine Karte, wenn man diese in seiner Smartphone-Wallet gespeichert hat. All diese Zahlungen hängen jedoch vom Vertrauen in eine dritte Partei ab: Die Leute akzeptieren Debitkarten, Apple Pay, Google Pay, Paypal und so weiter, weil sie mit einem Bankkonto verbunden sind.

Der Zweck von Bitcoin, wie er in seinem ursprünglichen White Paper von 2008 dargelegt wurde, war es, diese Art von Vertrauen unnötig zu machen: Zahlungen sollten mit kryptografischen Methoden – verschlüsselter Kommunikation – validiert werden. Ziel war es, ein von Finanzinstituten unabhängiges „Peer-to-Peer“-Zahlungssystem zu schaffen. Die Wahrheit ist, dass es Bitcoin für Internet-Verhältnisse zwar schon lange gibt (13 Jahre), aber dennoch haben Bitcoin und andere Kryptowährungen kaum in die traditionelle Rolle des Geldes als Tauschmittel für den Erwerb von Waren und Dienstleistungen eingegriffen. Harte Zahlen sind rar, aber es sieht so aus, als ob die überwiegende Mehrheit der Kryptowährungstransaktionen eher mit Marktspekulationen zu tun hat als mit dem gewöhnlichen Geschäft des Lebens.

Dennoch haben Bitcoin und seine Konkurrenten jetzt eine gemeinsame Marktbewertung von mehr als 1 Billion Dollar. Was glauben die Anleger, dass sie damit kaufen? Eine Antwort ist der Schutz vor der immerwährenden Angst, dass Regierungen das gesamte Vermögen aufblähen – wie es ein kürzlich erschienener Bloomberg-Artikel ausdrückte, kaufen einige Milliardäre Kryptowährungen für den Fall, dass das Geld „zur Hölle fährt„. In der Tat hat es weltweit 57 Hyperinflationen gegeben, von denen wir wissen.

"Der Bitcoin ist eine Blase und wird crashen"

Wie oft hat man so etwas gelesen oder gehört… Bedeuten die verworrenen Begründungen der Mainstream-Medien, dass er dazu bestimmt ist, zu implodieren? Nicht unbedingt. Immerhin hat Gold schon vor Generationen aufgehört, als Tauschmittel zu funktionieren, und trotzdem ist sein Wert nicht zusammengebrochen.

Es gibt auch FOMO (Fear Of Missing Out) – Angst, etwas zu verpassen. Bitcoin hat eine Art Marketing-Süßpunkt getroffen: Er klingt hochtechnologisch und futuristisch und spielt gleichzeitig mit der politischen Paranoia. Die daraus resultierenden Kapitalgewinne haben dazu geführt, dass viele unpolitische Anleger das Gefühl haben, dass sie mitmachen müssen, während sie wahrscheinlich auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens dazu veranlasst haben, über Bitcoin zu reden, weil sie glauben, dass sie dadurch zukunftsorientiert erscheinen, was den Kurs in der Vergangenheit so „künstlich“ hoch trieb. Den scheinbar wahren momentanen Wert, kann man jetzt nach der letzten Korrektur jedoch deutlich sehen. Seit er am 19.6. bei ca. 20.000 Euro unten ankam, blieb dieser deutlich stabiler als jede andere Währung ziemlich konstant auf einer Linie bei ca. 20.000 +/- 2000 Euro und beginnt nun durch die zunehmende Inflation der Fiatwährungen und den kürzlichen „Anfangs-Crashs“ des Aktienmarktes, langsam wieder zu steigen… Vom damaligen Hype und der FOMO keine Spur, was sich natürlich deutlich in einer viel geringeren Volatilität zeigt.

Bitcoin (BTC) Kurs, Grafiken, Marktkapitalisierung | CoinMarketCap

Aber lassen wir die Marktprognosen beiseite und fragen wir uns, was es mit der sich vertiefenden Allianz zwischen Bitcoin und MAGA auf sich hat.

Regierungen und das Finanzsystem

Ich denke, es ist ganz normal, dass MAGA-Politiker das Ende eines Geldsystems fordern, das über Banken läuft und sich auf eine Währung stützt, die von staatlich bestellten Beamten verwaltet wird. Wir wissen schließlich, wer diese bisher kontrollierten. Zudem kommt die allgemeine Entwertung des Geldes hinzu, die wir seit der Auflösung des Goldstandards durch Nixon im Jahre 1971 erleben.

Entgegen des von den Mainstream-Medien verbreiteten Narratives, das besagt, Putin sei an der Inflation schuld, verloren Euro und Dollar bereits lange vor 2022 stark an Kaufkraft. Der Kaufkraftverlust einer Fiatwährung macht sich in Phasen hoher Inflation besonders stark bemerkbar, findet im Laufe der Zeit jedoch fast kontinuierlich statt. Besonders deutlich wird diese Entwicklung beim Vergleich einer Währung mit dem Goldpreis.

So hat die Gemeinschaftswährung nach einer Analyse des Edelmetallunternehmens Solit Kapital gegenüber Gold zwischen den Jahren 2000 und 2020 nahezu 81 Prozent seiner Kaufkraft eingebüßt; der US-Dollar seit Anfang 2000 sogar noch mehr. Seine Kaufkraft stand Ende 2020 bei lediglich 18 Prozent.

Gold hat seit der Jahrtausendwende rund 500 Prozent zugelegt. Von unter 10 € pro Gramm Anfang 2000 ist der Goldpreis bis heute (31. Oktober 2022) auf 53 € gestiegen – ein Zugewinn von rund 500 Prozent. Auch 2022 hat Gold ungeachtet vieler kritischer Stimmen in den Medien seine Rolle als Wertspeicher bislang erfüllt: Laut dem Gold Mid-Year Outlook 2022 des World Gold Council hat der Goldpreis im ersten Halbjahr 2022 ein Plus von 9,4 Prozent erzielt und damit viele andere Anlageklassen wie Aktien und Anleihen in der Wertentwicklung übertroffen.

Es muss sich etwas ändern

So hat auch kürzlich der republikanische US-Abgeordnete Alex Mooney einen Gesetzesentwurf zur Wiedereinführung des Goldstandards eingebracht. Da der Bitcoin ebenso wenig wie Gold im Gegensatz zu Fiatwährungen nicht einfach nach Belieben gedruckt und erzeugt werden kann, wäre eine Kopplung einer derartigen Kryptowährung an den Goldpreis schlicht die Lösung, um so etwas wie wir jetzt erleben und derartige Inflationen in Zukunft zu vermeiden, da diese immer einzig und alleine aus der scheinbar unendlichen Geldmengenerweiterung der Zentralbanken resultierten.

Der Punkt ist also, dass es reale wirtschaftliche Probleme im Zusammenhang mit Fiat-Währungen und dem globalen Finanzsystem gibt, der Aufstieg der Kryptowährungen aber auch sehr viel mit dem allgemeinen politischen Wandel (Q, MAGA) zu tun hat, der die sogenannte (falsche) „Demokratie“ langsam auf den Abgrund zusteuern lässt.