Wie man in den USA über Deutschland schreibt…

Depressed crying woman holds mobile phone in her hands, wears burgundy turtleneck, upset not to receive message from boyfriend, has no money to call friend, stands with sorrowful expression.

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Wie das US-Magazin "Spiked" über uns und Deutschland berichtet. Ein Artikel von Spiked übersetzt ins deutsche.


Germany is still living in Covid’s shadow

Die neuen Maskenregeln sind ein Zeichen für eine „verwirrte“ Regierung.

Die deutsche Koalitionsregierung scheint entschlossen zu sein, ihren ersten vollen Winter an der Spitze so dunkel, einsam und kalt wie möglich zu gestalten. Die Stimmung in Deutschland ist düster. Die Menschen haben kein Vertrauen, dass die Regierung die Probleme der Nation lösen kann – und die Regierung hat es aufgegeben, es zu versuchen.

Deutschlands wichtigstes Problem ist natürlich die Energiekrise. Dies hat bereits zu einem stetigen Rinnsal schlechter Nachrichten geführt. Stromausfälle sind wahrscheinlich, Krankenhäuser können gezwungen sein, zu schließen, und die Insolvenzen steigen. Hallenbäder, Museen und Kirchen werden alle kalt bleiben. Sogar die Berliner Weihnachtsbeleuchtung – eine geschätzte Wintertradition – könnte in diesem Jahr abgesagt werden. Die deutsche Regierung scheint nicht in der Lage oder nicht willens zu sein, Lösungen für die Krise zu finden (sie hat die Lebensdauer ihrer Kernkraftwerke nur widerwillig verlängert und Fracking für Gas ausgeschlossen). Stattdessen ermutigt sie die Deutschen, ihren Energieverbrauch drastisch zu reduzieren.

Als ob das nicht düster genug wäre, schürt die Regierung auch weiter Covid-Ängste. Im September verabschiedete das Parlament ein neues Infektionsschutzgesetz, das heute (1. Oktober) in Kraft tritt. Es schreibt die Verwendung von FFP2-Gesichtsmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Krankenhäusern, Altersheimen und anderen Gesundheitseinrichtungen vor. Und es ermöglicht den Regierungen der Bundesstaaten, nach Belieben weitere Einschränkungen zu verhängen, einschließlich Social-Distancing-Maßnahmen und obligatorischen Tests.

Werden die Deutschen für immer im Schatten von Covid leben?

Die Regierung hat bereits ihr Versprechen vom vergangenen Herbst gebrochen, alle Maskenpflichten bis März dieses Jahres aufzuheben. Das neue Gesetz hat auch der Pro-Lockdown-Lobby einen Schuss in den Arm gegeben, um noch härtere Maßnahmen zu fordern. Tatsächlich hat ein Lehrerverband das neue Maskengesetz bereits dafür kritisiert, dass es Grundschulen nicht einbezieht.

Die neue Covid-Politik ist ein Durcheinander von Widersprüchen.

Sie ist ein Produkt der wackeligen deutschen Koalitionsregierung, die die unterschiedlichen Interessen, aus denen sich ihre Wählerbasis zusammensetzt – von radikalen Grünen über nanny-etatistische Sozialdemokraten bis hin zu neoliberalen Freien Demokraten – in Einklang bringen muss. Tatsächlich neigt die Regierungspolitik bei fast jedem Thema – von der Energiekrise über den Krieg in der Ukraine bis hin zu Covid-19 – dazu, scheinbar zufällig auf eine Weise zusammengeschustert zu werden, die niemanden zufriedenstellt. Die Regierung hat keine kohärente, leitende Philosophie. Seine einzige Priorität ist sein eigenes Überleben.

Wie die Online-Zeitung The Local es ausdrückt: „Deutschlands Herbst-Covid-Regeln sind ein riesiges Durcheinander jenseits der Parodie.“

Warum sollten Masken in allen U-Bahnen getragen werden – auch wenn sie leer sind – aber nicht auf überfüllten Bahnsteigen? Warum sollten höhere Infektionsraten zu neuen Einschränkungen führen, wenn die Krankheit für die überwiegende Mehrheit der Menschen jetzt mild ist?

Der liberale Justizminister Marco Buschmann, der das Gesetz an der Seite des hysterischen SPD-Gesundheitsministers Karl Lauterbach ausgehandelt hat, konnte solche Fragen nicht beantworten. Stattdessen spricht er einfach Plattitüden über einen „vernünftigen Kompromiss“ und eine Rückkehr zu einer „verantwortungsvollen Normalität“.

Infolgedessen werden die deutschen Wähler immer zynischer. Laut einer Umfrage vom September trauen über 60 Prozent keiner Partei mehr zu, die Probleme des Landes zu lösen. Und schon vor der Pandemie ergab eine weitere Umfrage, dass 61 Prozent der Befragten den deutschen Staat für zu überfordert hielten, um seiner Verantwortung gerecht zu werden. „Wir haben besorgniserregende Anzeichen für einen allgemeinen Vertrauensverlust in die Leistung des Staates in Deutschland“, stellte der Vorsitzende des Beamtenverbandes 2019 fest.

Dieser Eindruck eines überdehnten, dysfunktionalen Zustands hat sich seit der Pandemie nur noch verstärkt. Nicht zuletzt, weil die meisten Regierungsangestellten seit Beginn des ersten Lockdowns kaum noch ihre Büros betreten haben. Beamte sind immer die ersten, die warnen, dass „die Pandemie noch nicht vorbei ist“ und ihr Recht auf Fernarbeit geltend machen. Aber das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Staat wird nicht wiederhergestellt, wenn der öffentliche Dienst zu Hause weiter kauert.

Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die politischen Parteien ist noch geringer. Zahlreiche Skandale haben gezeigt, dass deutsche Politiker ihre eigenen Covid-Gesetze (oder ihre eigenen Bürger) nicht besonders ernst nehmen. Zuletzt wurde der Wirtschaftsminister der Grünen, Robert Habeck, zusammen mit anderen Regierungsbeamten auf einem Flug nach Kanada maskenlos fotografiert. Die Bilder lösten in den sozialen Medien Empörung aus. Damals unterlagen normale Bürger in Flugzeugen noch einer strengen Maskenpflicht. Wie die Boulevardzeitung Bild schimpfte: „Bürger müssen Masken tragen, aber auf Auslandsreisen offenbar keine Spitzenpolitiker.“

Tatsächlich sorgte der Skandal für so viel Aufsehen, dass die Maskenpflicht in Flugzeugen in der Folge fallen gelassen wurde. Das warf natürlich nur das Rätsel auf, warum das gefürchtete Virus offenbar Flugzeuge verschont, nicht aber Züge oder Busse, wo noch Masken getragen werden müssen.

Viele haben die Ungereimtheiten des neuen Infektionsschutzgesetzes kritisiert, und viele weitere engagieren sich jetzt im passiven Widerstand. In der Berliner U-Bahn bedeckt ein beträchtlicher Teil der Pendler Nase und Mund nicht richtig (trotz der regelmäßigen, dröhnenden Ermahnungen des Lautsprechers, die die Pendler daran erinnern, dass Maskenpflicht besteht). Und auch die lokalen Proteste gegen Covid-Maßnahmen haben zugenommen. Es gibt also einige Schimmer von Widerstand.

Die Regierung ihrerseits verbreitet weiterhin Angst und Schrecken. Sie erwartet, dass gewöhnliche Deutsche den Winter damit verbringen, sich niederzulassen – sich vor Covid und der Kälte zu verstecken. Die Deutschen haben so viel Besseres verdient.

Sabine Beppler-Spahl ist Deutschland-Korrespondentin von spiked.

Quelle: Germany is still living in Covid’s shadow – spiked (spiked-online.com)

Anmerkung von Germany-Today

Das ist echt süß… Besonders der letzte Abschnitt. <3 🙂